
Das fotografische Projekt LOST entstand auf den Straßen Berlins im Zenit der Corona-Pandemie. Es reflektiert die rasanten Veränderungen unserer Gesellschaft, geprägt von Einschränkungen, Ängsten und der Suche nach Auswegen.
Am linken Bildrand wartet eine Person am Bordstein – auf das Weitergehen über eine Straße mit vielen vorgezeichneten Pfaden. Wege in der Erwartung auf Veränderung. Der Blick scheint in die Vergangenheit gerichtet, als erinnere sie sich an die vermeintlich besseren Tage vor der Krise.
Im Zentrum steht eine Supermarkttüte als Symbol eines Auswegs durch Konsum: Ablenkung, Beschäftigung und günstiger Warenkauf als Vorrat in einer Zeit der Unsicherheit. Ein Wirtschaftssystem, das auch in der Krise weiterhin auf Wachstum setzt.
Am rechten Bildrand steht ein karger Baum, Sinnbild einer zurückgelassenen Natur. Ihm gegenüber die Elektromobilität als Versprechen einer technologischen, nachhaltigen Zukunft.
LOST verdichtet die Widersprüche einer Gesellschaft zwischen Vergangenheit und Zukunft, Konsum und Verlust, Natur und Fortschritt. Es symbolisiert die Frage, ob wir unsere Auswege tatsächlich finden – oder uns auf der Suche nach ihnen verlieren.
Artists & LocationsBerlin - Bahnhof Zoo / Potsdamer Pl.Skills & TasksPlanung - GroßformatYear2022